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Hofmann motiviert Schüler zum Laufen: Keep it smile and stupid

In einem lebhaften Vortrag gab FES-Lehrkraft Benedikt Hofmann den Schülerinnen und Schülern der Eingangsklassen neben wertvollen Informationen zum Laufsport auch nützliche Ideen hinsichtlich ihrer Freizeitgestaltung mit auf den Weg. 

LaufsportGetreu dem Motto „keep it simple and stupid“, benötigt man nicht viel, um dem Sport nachzukommen: Laufschuhe an - und schon kann's los gehen. Allerdings erfordert das Laufen eine ordentliche Portion Motivation. Hoffmann versuchte darüber hinaus, den Zuhörern in zwei Kurzvorträgen Spaß am Sport zu vermitteln.

Stolz präsentierte der Biologielehrer den Schülern seine größten sportlichen Erfolge. Durch seine Wettkampf- und Trainingserfahrungen schöpfte Hofmann mit seinem Wissen über Motivation und Trainingsgestaltung natürlich aus den Vollen.

Folgende weitere zentrale Fragen wurden umfassend beantwortet: "Worin steckt der Wert des Sports?" "Ist es wichtig Sport zu treiben, um gesund zu bleiben?" "Welches Maß ist sinnvoll und warum gerade Laufen?"

Egal ob Schülerin, Schüler oder Lehrkraft - wer nun vom Lauffieber ergriffen wurde, hat an der Fritz-Erler-Schule die Gelegenheit, an der Lauf- und Fitness-AG teilzunehmen.

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Ultraläufer unterrichtet an Erler-Schule

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Von Simon Schneider (Schwäbische Zeitung)

Er läuft und läuft und läuft – und das bis zu 180 Kilometern in der Woche. Für viele ist diese Entfernung zu Fuß unvorstellbar. Für Benedikt Hoffmann ist sie längst zur Normalität geworden. Er ist Ultraläufer, Deutscher Meister über 100 Kilometer und seit einem Jahr Gymnasiallehrer an der Tuttlinger Fritz-Erler-Schule.

Sportlich war der 33-Jährige schon immer. Für ihn war das Laufen in seiner Jugend allerdings nicht die Sportart Nummer eins. „Ich habe früher Fußball gespielt. Als Ergänzung bin ich damals aber schon gelaufen und mit 17 Jahren habe ich den Triathlon-Sport für mich entdeckt“, sagte Hoffmann unserer Zeitung.

Acht Jahre lang war er als Triathlet unterwegs. „Mein Talent habe ich nicht im Schwimmen gefunden“, sagt er schmunzelnd, also konzentrierte er sich fortan nur noch auf den Laufsport. Was mit Fünf- und Zehn-Kilometer-Läufen anfing, führte zunächst zum Marathon. „Darauf habe ich mich fokussiert“, sagte der 33-Jährige. Die Grundlagen für den Ausdauersport hatte er sich während seiner Zeit als Fußballer bereits angeeignet, sodass er „auf hohem Niveau“ einsteigen konnte.

Bei der Marathondistanz von 42,2 Kilometern blieb es bei dem Ausnahmesportler allerdings nicht. „Das lange und ökonomische Laufen liegt mir sehr und gefällt mir auch am besten. Ich trainiere gerne lange“, verrät er. Schnell freundete er sich mit Streckendistanzen bis zu 100 Kilometern an – und das mit durchschlagendem Erfolg. Im vergangenen Jahr wurde er Deutscher Meister über 100 Kilometer in Berlin mit einer Zeit von sechs Stunden und 48 Minuten. Ebenso belegte er im gleichen Jahr die Bestzeit über 50 Kilometer in zwei Stunden und 54 Minuten.

Benedikt Hoffmann kann sich auch sonst viele Siege auf die Fahne schreiben: Er ist dreimaliger Sieger beim internationalen Schluchseelauf, gewann den Freiburg-Marathon, belegte Platz fünf bei den Berglauf-Weltmeisterschaften in Slowenien über die Langdistanz und hat viele weitere Streckenrekorde bei Bergläufen inne.

Tägliches Training

Für diese Erfolge schnürt Benedikt Hoffmann täglich die Laufschuhe. Entweder in der Mittagspause oder nach Unterrichtsende. Bis zu 180 Kilometer in der Woche läuft der Gymnasiallehrer, die er in etwa zehn Trainingseinheiten verpackt. Seit über einem Jahr unterrichtet er an der Fritz-Erler-Schule Biologie, Chemie und Geographie.

Benedikt Hofmann
© Simon Schneider (Schwäbische Zeitung) 
Die Region Tuttlingen hat er bereits erkundet – natürlich in Laufschuhen: „Ich finde, der Landkreis Tuttlingen ist ein schöner Ort. Hier gibt es tolle und abwechslungsreiche Strecken in einer schönen Landschaft, wie dem Donautal“, betonte der gebürtige Recklinghausener, der in Stockach wohnt.

„Das Laufen füllt mein Leben aus“, findet Hoffmann. Als Profi-Sportler lebte der talentierte Läufer aber nie. „Es wäre aber sehr lukrativ, weil man sich voll auf den Sport konzentrieren könnte“, ergänzt er. Der Lehrer schließt nicht aus, dass er das Lehrerdasein reduziert und sich mit Hilfe von Sponsoren mehr auf den Laufsport konzentrieren möchte. Ergänzend bietet er beispielsweise auch Vorträge und Coachings an.

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Vorträge über seine Leidenschaft gibt er auch seinen Schülern, wie in den vergangenen Tagen. Damit möchte er sie für den Sport und das Laufen begeistern. „Ich lebe meinen Schülern das Laufen vor und mache ihnen klar, dass auch ich in ihrer Situation war und viel die Schulbank gedrückt habe“, sagt der Ultraläufer, der betont, durch das Laufen den Kopf frei zu bekommen. „Man kann die Schüler für das Laufen begeistern. Allerdings bin ich nur ein Faktor in ihrem Umfeld. Wenn der Sport im Familien- und Freundeskreis keine Rolle spielt, ist es schwieriger, sie zu motivieren. Haben sie allerdings schon einen Bezug zum Sport, kann ich sie viel besser für das Laufen motivieren“, so seine Erfahrungswerte.

Ziele fest im Blick

Seine Ziele für das kommende Jahr hat Hoffmann fest im Blick. Auf internationalen Meisterschaften versucht er, auf das Podest zu steigen. Im Frühjahr steht er bei den Deutschen Meisterschaften im Marathon in Düsseldorf am Start. Im Herbst peilt Hoffmann zusätzlich eine Berglauf-Weltmeisterschaft über die Langdistanz an. Eines steht fest: Ein Motivationsproblem für den Laufsport hat er definitiv nicht.

Ob die Fritz-Erler-Schule zu einer Laufschule mutiert, bleibt abzuwarten – den richtigen Lehrer haben sie definitiv dafür.