Geschichtsstunde der besonderen Art: SPIEGEL-Redakteur Felix Bohr liest an der Fritz-Erler-Schule aus seinem aktuellen Werk
Am 11. November 2025 wurde der Unterricht an der Fritz-Erler-Schule für die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe J2 des Beruflichen Gymnasiums zu einer eindrucksvollen Zeitreise in die Vergangenheit....
Der Historiker und Journalist Felix Bohr, Leiter des Geschichtsressorts beim SPIEGEL, war zu Gast und stellte sein Buch „Vor dem Untergang – Hitlers Jahre in der Wolfsschanze“vor. Die Lesung wurde von Nadine Hermann, Fachschaftsvorsitzende für Gemeinschaftskunde und Geschichte (GGK), organisiert.
In seinem Werk beleuchtet Bohr einen Ort, der wie kaum ein anderer mit den dunkelsten Kapiteln des 20. Jahrhunderts verbunden ist: die „Wolfsschanze“, das ehemalige Führerhauptquartier in Ostpreußen – nahe dem heutigen Kętrzyn in Polen. Dort hielt sich Adolf Hitler während des Krieges über weite Strecken auf, traf strategische Entscheidungen und ließ sich von einem eng begrenzten Kreis von Offizieren, Vertrauten und Bediensteten umgeben.
Bohr gelingt es in seinem Buch, den Alltag in dieser abgeschotteten Militäranlage mit Hilfe bisher kaum bekannter Dokumente und Zeitzeugenberichte lebendig werden zu lassen. Dabei schildert er nicht nur die militärischen Abläufe, sondern auch die menschlichen und psychologischen Dimensionen dieses Ortes.
Die Lesung gab den Schülerinnen und Schülern einen spannenden Einblick in die Entstehungsgeschichte des Buches und in die Arbeitsweise eines Historikers und Journalisten. Bohr berichtete, wie er ein präzises Bild des Machtzentrums des NS-Staates rekonstruierte – eines Ortes, an dem zwischen Waldspaziergängen und Besprechungen über die Vernichtungspolitik des Regimes entschieden wurde.
Mit seiner Lesung hat Felix Bohr eindrucksvoll gezeigt, dass Geschichte weit mehr ist als eine Sammlung von Daten und Fakten – sie ist ein Spiegel menschlicher Entscheidungen und Haltungen.
Autor/in: T. Zepf