Kein Kinderkram: Erzieher und Erzieherin der Fritz-Erler-Schule sind jetzt »Bachelor Professional in Sozialwesen«
Immer mehr neue Tätigkeitsfelder werden erschlossen, der Bedarf an pädagogischen Fachkräften wird immer größer.
Der in der Pädagogik unterversorgte Arbeitsmarkt im Kreis Tuttlingen darf sich auf 42 neue Erzieherinnen und Erzieher freuen, die seit diesem Jahr nun auch den Titel „Bachelor Professional in Sozialwesen“ tragen. 32 Auszubildende haben die schulische Ausbildung abgeschlossen und sind berechtigt, das Anerkennungsjahr anzutreten.
Die Absolvierenden der Fachschule für Sozialpädagogik staunten nicht schlecht, als Ihnen mitgeteilt wurde, dass sie neben dem Abschluss zur „Staatlich anerkannten Erzieherin bzw. Erzieher“ nun auch den Titel „Bachelor Professional in Sozialwesen“ führen dürfen. Durch diese kurzfristige Anpassung der Ausbildungsordnung wird nun der Berufsabschluss auch dem Anforderungsniveau gerecht, der sich schon seit vielen Jahren auf dem Niveau eines Technikers befindet. Der neue Bachelor-Abschluss erlaubt es den Erzieherinnen und Erziehern direkt im Anschluss an die Ausbildung ein Studium an Hochschulen aufzunehmen. Der diesjährige Abschlussjahrgang darf erstmalig diesen Titel in der Berufsbezeichnung führen.
Unter erschwerten „Corona-Unterrichtsbedingungen“ ist es 31 Absolvierenden der klassischen Ausbildung im Berufspraktikum sowie 11 der praxisintegrierten Ausbildung (PIA) in diesem Schuljahr der ein erfolgreicher Abschluss gelungen. An der Zahl 13 aller Absolvierenden erhielten sogar einen „Preis für sehr gute Leistungen“ in der Ausbildung. Mit einem Schnitt von jeweils 1,18 teilten sich in diesem Jahr sogleich drei „jahrgangsbeste“ Erzieherinnen als Bachelor das Siegertreppchen: Desiree Kehm (Kath. Kindergarten St. Josef in Möhringen), Anthea Klinkmüller (Ev. Kindergarten Schroten in Tuttlingen) und Julia Schulz (Kath. Kindergarten St. Josef in Aixheim). Darüber hinaus absolvierten 34 Schülerinnen und Schüler die vollschulische Ausbildung und sind damit berechtigt, dass Berufspraktikum zur Staatlichen Anerkennung und dem Erwerb des Bachelors aufzunehmen.
Die pädagogischen Fachkräfte wurden von der Schulleitung und ihren Fachlehrkräften verabschiedet. Schulleiter Rainer Leuthner appellierte an die jungen Fachkräfte, ihren Tatendrang und ihre Bereitschaft sich Herausforderungen zu stellen, genau so an Kinder weiter zu geben. Frau Dr. Marion Giselbrecht, Leiterin der Fachschule für Sozialpädagogik, erinnert die Absolvierenden daran, sich im Beruf die Dankbarkeit für seine Herausforderungen, Vielfalt und Gestaltungsmöglichkeiten zu bewahren, denn mit der Dankbarkeit stelle sich automatisch auch das Glück und die Fähigkeit der Heilung im Falle von Krisen ein - dies sei wissenschaftlich erwiesen. Die sehr hohe Impfrate des Berufsstandes lies anschließend einen kurzen geselligen Ausklang an der frischen Luft zu.